So wird das Wasser im Klärwerk Glückstadt sauber

Das Klärwerk Glückstadt ist eine Anlage der Größenklasse 4 (von maximal 5) und als "Sequencing Batch Reactor" (SBR-Verfahren) mit Rechenanlage, Sandfang und Speicherbecken ausgelegt. Es wurde 2003 errichtet und hat eine Ausbaugröße für 20.000 Einwohner. Die gereinigte Abwassermenge/Jahr beträgt ca. 900.000 Kubikmeter, dabei fällt jährlich eine Klärschlammmenge von 1340 Mg (20% TR) an – der Schlamm wird später extern thermisch verwertet. Der Stromverbrauch/Jahr liegt bei 728 MWh.

  • Rechenanlage
  • Sandfang
  • Speicherbecken
  • SBR-Verfahren

Rechenanlage

Die erste Reinigungsstation ist die Rechenanlage. Hier arbeiten zwei parallele Feinsieb-Rechen. Sie entfernen die Grobstoffe aus dem Abwasser. Das Rechengut wird in einer Waschpresse entwässert und anschließend entsorgt. Das Abwasser fließt dann weiter in den Sandfang.

Sandfang

Die nächste Reinigungsstation ist der belüftete Sandfang. Hier werden Sand, Fett und Schwimmstoffe abgetrennt und entsorgt. Das mechanisch gereinigte Abwasser kommt dann zur Zwischenspeicherung in die Speicherbecken.

Speicherbecken

Mehrere Speicherbecken ermöglichen den optimalen Kläranlagenbetrieb. Durch das Zwischenspeichern werden Spitzenzuläufe, z. B. bei Regen, aufgefangen. Der Trockenwetterspeicher sichert das Befüllen der beiden SB-Reaktoren, während das Ablaufspeicherbecken den Ablauf der Kläranlage in die Elbe vergleichmäßigt.

SBR-Verfahren

SBR steht für "Sequencing-Batch-Reactor", das bedeutet "sequenzielles biologisches Reinigungsverfahren". Im Gegensatz zur kontinuierlich durchflossenen Abwasserreinigungsanlage wird hier das Abwasser chargenweise gereinigt. Pro Reinigungszyklus laufen die Phasen nacheinander ab:

  • Füllen
  • Belüften (Nitrifizieren)
  • Durchmischen (Denitrifizieren)
  • Sedimentieren
  • Dekantieren
  • Pause           

Zu Beginn eines Zyklus ist der Reaktor zu etwa 30 bis 50 Prozent mit Belebtschlamm gefüllt. Zunächst wird eine definierte Menge Abwasser aus dem Zwischenspeicher in den Reaktor gepumpt. Nach der Füllphase folgt eine Mischphase, in der nur das Rührwerk betrieben wird. Es folgt eine Phase der Abwasserbelüftung, deren Länge sich nach den Belastungsverhältnissen richtet. Anschließend werden Rührwerk und Belüftung abgeschaltet, um ein Sedimentieren des Belebtschlamms unter idealen Bedingungen zu gewährleisten. Es folgt die Dekantierphase, in der das Klarwasser in den Ablaufspeicher abgezogen wird. Während der Dekantierphase wird der Überschussschlamm aus dem sedimentierten Schlamm abgezogen. Der restliche Schlamm bleibt als Reaktionsbiomasse für den nächsten Zyklus im Reaktor. Nach der Überschussschlammentnahme beginnt der Gesamtzyklus mit der ersten Füllphase erneut.